Katinka Landis
shunkawakan(at)bluewin.ch
oder
Mirjam Röschmann
roeschmann(at)access.uzh.ch
"No More Smoke Signals"
Film von Fanny Bräuning
Eine Radiostation, einsam auf einem kleinen Hügel in South Dakota: KILI Radio, "The Voice of the Lakota Nation". Ein vergessener Ort zwischen Kampf und Hoffnung, zwischen indianischem Mythos und Alltag im ärmsten Reservat der USA. Doch da ist Roxanne Two Bulls, die auf dem Land ihrer Ahnen ein neues Leben beginnen will. Da ist der junge DJ Derrick, der bei KILI seine musikalische Ader entdeckt. Oder der weisse Anwalt Bruce, der seit 30 Jahren versucht, einen indianischen Aktivisten aus dem Gefängnis freizubekommen. Und da taucht plötzlich John Trudell auf, der frühere Rebell, der in Hollywood als Musiker Karriere gemacht hat. Bei KILI Radtio läuft alles zusammen. Statt Rauchzeichen sendet KILI seine Signale durch die Weite der grandiosen Landschaft, mit einer wunderbaren Mischung aus Humor und Melancholie. Native Hip Hop und zerbrochene Windschutzscheiben: Der Stolz kehrt zurück,
it really is ok to be Lakota.
www.nomoresmokesignals.com
Eine Kaltfront ist über die beiden Lakota Reservate Pine Ridge und Cheyenne River hereingebrochen und hat die Infrastruktur lahmgelegt. In Cheyenne River sind die Menschen seit Tagen ohne Strom, da ein Eissturm viele Stromleitungen unterbrochen hat. Viele Leute, die auf Dialyse angewiesen sind, wurden nach Rapid City evakuiert und wohnen zur Zeit in Motels. Anscheinend hat es auch seit Tagen kein Wasser mehr, weshalb eine Gruppe aus Pine Ridge nun versucht, Wasser nach Cheyenne River zu bringen.
“It is pretty serious. We have quite a few families that are without water at this point. And quite a bit of families that are, homes that are without electricity also,” tribal chairman Joseph Brings Plenty said.
Menschen in Pine Ridge stehen vor dem Erfrieren, da ihr Propangasvorrat für die Heizungen bereits aufgebraucht ist und sie kein Geld für neue Lieferungen mehr haben. Bitte helfen Sie! Nothilfe-Spenden können Sie auf das INCOMINDIOS Konto 87-4360-6 mit dem Vermerk „Lakota Winter 2010“ überweisen. Vielen Dank!
Die Indianerreservate in South Dakota, Heimat der Lakota Sioux Indianer, zählen zu den ärmsten Gebieten der USA. Ein Flecken Land, über den die Politiker gerne hinwegsehen, ein Stück Dritte Welt mitten in Amerika.
Die Arbeitslosigkeit auf dem Pine Ridge Reservat beträgt ca. 85% (und die Aussichten auf Arbeit für Jugendliche stehen nach wie vor schlecht). Viele Kinder und Jugendliche haben Eltern, die in ihrer Hoffnungslosigkeit als Alkoholiker enden. Kindsmissbrauch ist häufig, und statt neuer Kleider oder gesundem Essen fliesst das wenige Sozialgeld in die Hände des weissen Alkoholverkäufers. Oft verfallen auch Jugendliche dem Alkohol und Drogenkonsum, da es keinerlei Aktivitäten für sie gibt. Irgendwie vergass man diese Altersklasse, und die Selbstmordrate stieg enorm an. Ausser Privatparties und Jugendbanden, die als Familienersatz galten, gab es kaum eine Beschäftigung. Trotz aller Umstände gibt es immer wieder Menschen auf dem Reservat, die sich bemühen, etwas an dieser Situation zu ändern. Sie bauen Projekte auf, die Incomindios unterstützen möchte.
Das Dakota Youth Projekt unterstützt durch Beratung, Therapien und Zeremonien Jugendliche und ihre Familien in den Bestrebungen, ein behütetes Zuhause zu schaffen, das den Jugendlichen Sicherheit bietet, den Zugang zu Bildung ermöglicht und das Entwickeln von bestimmten Fertigkeiten fördert. Ziel ist es, den Jugendlichen ein gesundes indianisches Selbstbewusstsein zu geben. Dazu gehört das Vermitteln von traditionellen Weisheiten, Geschichten und Zeremonien sowie Körperbewusstsein, Gesundheitsvorsorge, Sport und Naturkunde.
Unterstützung ist jederzeit willkommen, damit die Projekte eines Tages selbsttragend werden!
Das Children's Village befindet sich in der Ortschaft Pine Ridge und wird vom Ehepaar Louis und Melvina Winters (Angehörige der Oglala Lakota Sioux) geführt, die ausgebildete und lizenzierte Pflegeeltern der dort lebenden Kinder sind. Bei Notfällen, d.h. wenn Eltern verstorben sind oder aus anderen Gründen z.B. ins Gefängnis oder eine Institution eingewiesen werden, sucht das Gericht einen geeigneten Pflegeplatz und wendet sich deshalb oft an die Winters, da lizenzierte Pflegeeltern im Reservat rar sind.
Die Kinder scheinen sich bei den Winters wohl und sicher zu fühlen. Sie werden im traditionellen Lakota-Gedankengut aufgezogen, was Louis und Melvina besonders wichtig ist. Als Tochter von Nellie und Matt Two Bulls (Älteste und Sänger, die die Lakota-Traditionen weitergetragen haben) ist es Melvina wichtig, dass die Kinder mit ihrer Kultur aufwachsen. Es wird Rücksicht genommen auf die persönliche Entwicklung des einzelnen, in physischer, emotionaler und spiritueller Hinsicht. Einmal im Jahr wird ein Powwow für die Kinder organisiert, bei dem Namensgebung- und Ehrungszeremonien für die Kinder durchgeführt werden, und es finden zudem Schwitzhüttenzeremonien statt. Die Winters sind geachtete und respektierte Elders (Älteste). Für ihre Leistungen und ihren Einsatz haben sie sogar den Jefferson Award erhalten.
Seit 1982 haben die Winters fast 6'000 Kinder aufgezogen.
Das Children's Village hat grosse finanzielle Probleme: Am Anfang erhielten sie noch Bundesgelder für drei Jahre. Vom Stammesrat bekamen sie zwar eine einmalige Zahlung, seither aber versiegten die meisten Finanzquellen - eine für ihren Zweck organisierte Bingo-Einrichtung ist seit Eröffnung des Prairie Wind Casinos eingegangen. Es fehlt an Essen, Kleider, Windeln und vielem mehr. Auch die Gebäude sind in einem schlimmen Zustand und Notreparaturen erfordern Geld.
INCOMINDIOS findet das Children's Village unterstützungswürdig und bittet Sie deshalb um eine Spende - die Kinder werden dankbar sein!
(Website Children's Village: http://www.otakuye.org/)