KILI Radio "The Voice of the Lakota Nation", der Radiosender der das ganze Pine Ridge Reservat der Lakota mit wichtigen Informationen versorgt, hatte leider wieder Pech.
KILI hat eine eigene Windturbine, mit der ein grosser Teil der Stromkosten für den Betrieb der Radiostation gedeckt werden kann. Leider ist diese Turbine nun Anfang November vom Turm gefallen und stark beschädigt worden. Sie muss repariert werden.
Damit der Sender weiter auf Sendung bleiben kann braucht er nun unsere Hilfe, damit die vorübergehend höheren Stromkosten gedeckt und die Reparatur der Turbine bezahlt werden können.
Spenden können Sie über das INCOMINDIOS Konto 87-4360-6 mit dem Vermerk „Turbine KILI“ oder direkt über die Internetwebsite von KILI Radio www.kiliradio.org. Vielen Dank!
Incomindios Schweiz ist sehr besorgt über die jüngsten Geschehnisse in der Region Bagua im Departement Amazonas, Peru. Auch wenn die Opferzahlen seitens der Indigenen wie auch der Polizisten je nach Informationsquelle stark schwanken, möchte Incomindios Schweiz betonen, dass der Gebrauch von Gewalt, keines der Probleme löst, welche die indigene Bevölkerung betreffen.
Wir sind überzeugt, dass die Eskalation der Proteste eine Reaktion auf die Akkumulation von Menschenrechtsverletzungen seitens der staatlichen Behörden gegen die indigene Bevölkerung in Peru ist. Wir möchten hervorheben, dass es zu solchen Auseinandersetzungen gekommen ist, weil internationale Konventionen, zu welchen sich die peruanische Regierung verpflichtet hat, nicht berücksichtigt worden sind. Zum Beispiel, Artikel 6 der ILO Konvention 169 besagt, dass die Regierungen “die betreffenden Völker durch geeignete Verfahren und insbesondere durch ihre repräsentativen Einrichtungen zu konsultieren, wann immer gesetzgeberische oder administrative Maßnahmen, die sie unmittelbar berühren können, erwogen werden“ sollen. Incomindios konnte beobachten und mit ihren Partnerorganisationen in Peru bestätigen, dass solche Konsultationen vor der Verfassung der neuen Gesetzesvorschläge nicht stattgefunden haben. Darüber hinaus, stellt die Konvention 169 klar, dass die Territorien, die den indigenen Völkern gehören, geschützt werden sollen. Nur schon die Tatsache, dass 70% des peruanischen Amazonas durch die Regierung von Alan García privatisiert worden ist, um multinationale Konzerne zufrieden zu stellen, ist eine klare Verletzung der genannten Artikel.
Als Antwort auf die Umstände in Bagua, verfasste Incomindios einen Brief adressiert an Alan García, um unsere Empörung über die Ereignisse zu artikulieren. Damit erläutern wir unsere wichtigsten Ziele: die Förderung des Dialogs zwischen allen betroffenen Parteien, sowie Respekt und Gewährleistung der Menschenrechte der indigenen Bevölkerung Perus und das Einhalten von internationalen Vereinbarungen. Doch über allem, akzeptiert Incomindios keine Kriminalisierung der an den Demonstrationen teilnehmenden Indigenen.
Scheinbar haben die Proteste den Kurs der peruanischen Wirtschaftspolitik ein wenig geändert und die Dekrete wurden durch den peruanischen Kongress abgelehnt. Allerdings gibt es immer noch Gesetze, die die Rechte der Indigenen nicht respektieren und welche Anlass zu den Demonstrationen gaben. Incomindios hofft, dass die genannten Dekrete nochmals vom Kongress überprüft werden. Ausserdem betrachtet Incomindios, dass die öffentlichen Entschuldigungen durch Alan García eine Antwort auf den internationalen Druck sind, z.B. der Besuch des Sonderberichterstatters für indigene Völker, James Anaya. Jedoch betrachten wir die Entschuldigungen als ein Probestück der Ironie und Verachtung der peruanischen Regierung gegenüber den indigenen Völkern in Peru.
Laut der „Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana“ (AIDESEP), welche die Proteste, die am 5. Juni des laufenden Jahres begannen, organisierte, wurde eine nationale Gruppe gebildet, um nachhaltige Lösungen für den Konflikt zu suchen. Jedoch ist Incomindios der Meinung, dass neben der Konfliktlösung, auch eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse nötig ist, um abzuklären was genau in Bagua passiert ist, um die Verantwortlichen zu finden.
Incomindios hat zur Kenntnis genommen, dass die Verhandlungen für das Freihandelabkommen zwischen Peru und der Schweiz Ende Oktober 2008 abgeschlossen wurden und dass die Unterzeichnung dieses Abkommens noch dieses Jahr geschehen soll. Uns ist es bewusst, dass schweizerische Unternehmen sich sehr für die unzähligen natürlichen Ressourcen vom peruanischen Boden interessieren. Jedoch hofft Incomindios, dass die Schweizer Regierung das Freihandelsabkommen nicht unterzeichnet, solange die internationalen Abkommen betreffend Menschenrechte nicht eingehalten werden.